Killerspiele: Frontal 21-Redaktion äußert sich ...

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Killerspiele: Frontal 21-Redaktion äußert sich ...

Beitragvon Der Ruhige » 03.12.2007, 18:02

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Stellungnahme im PDF Format

:lol: Ich würde dazu noch was sagen ... aber ich kann nicht mehr :lol:
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Re: Killerspiele: Frontal 21-Redaktion äußert sich ...

Beitragvon Critic » 04.12.2007, 03:16

Der Ruhige hat geschrieben:.... zum YouTube-Video

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Stellungnahme im PDF Format

:lol: Ich würde dazu noch was sagen ... aber ich kann nicht mehr :lol:


Ja, und da fängt's mal wieder an: Es wird gar nicht auf die Kritik eingegangen. Bezeichnend ist doch, daß auf der Internetpräsenz des ZDF selbst ein Bericht zu finden ist, wo dokumentiert ist, was genau die US-Armee mit den Computerspielen trainiert: Nämlich die Bewegung im Gelände. Zielen kann man nicht lernen, da die Dreidimensionalität sowohl des Eingabegerätes als auch der Darstellung fehlt. Die Bedienung einer Waffe - von Pflege o.ä. gar nicht erst gesprochen - kann man sich im Computerspiel auch nicht abschauen. Die Tötungshemmung wird erst recht nicht "abtrainiert".

(Gleichermaßen könnte man etwa urteilen, daß sich im Wald verstecken und Rehe abschießen eine Vorbereitung für den Guerillakampf sei. Denn immerhin haben die Jäger, als es gegen Napoleon ging, mit genau denselben Taktiken gegen Menschen gekämpft. Aber das ist ja alles "gesellschaftlich akzeptierte Ertüchtigung"...)

Aber ist ja egal, ohnehin alles dasselbe. Wie wir seit "Panorama" wissen, "geht es in [allen!] Computerspielen immer nur ums Töten" :roll:.
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Beitragvon Der Ruhige » 04.12.2007, 15:09

Nun da ich zu denen Gehöre die schon mit Waffen verschiedener art geschoßen haben ... kann ich über solche Äußerungen von denen nur lachen :huhaha:

Eine wirkung auf Menschen haben PC spiele schon , es kommt auf die Geistige Konstitution an ;)

Ein gewaltbereiter Mensch würde doch eher zu Postal greifen als zu Tetris ^^
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Beitragvon Critic » 05.12.2007, 04:38

Daneben weisen die Äußerungen auch darauf, daß hier eine Geschmacksgrenze definiert werden soll. Wo Bayern noch bei "menschenähnlichen Wesen" stehenblieb, werden hier auch Kämpfe gegen "tierähnliche Wesen" und simulierte Flugzeuge mit einbezogen, und wo man argumentativ nicht weiterkommt, flüchtet man sich auch in den neuen Begriff "Metzelspiele", unter dem man alle diese Dinge zusammenfaßt.

Diese Geschmacksgrenze ist allerdings individuell verschieden. So empfinde ich manche Szenen in Filmen, die "ab 12" freigegeben sind - weil dort reale Menschen agieren -, als durchaus schockierender als in Doom irgendwelche Cyberdämonen zu jagen. Trotzdem sehe ich diese Inhalte nicht als "gefährlich" an. Und da es sich um fiktives Material handelt, ist diese Geschmacksgrenze auch erst einmal genauso fiktiv wie jede andere.

(Was die Indizierung von "Doom" angeht, ist mir außerdem aufgefallen, daß zwar die PC-Originalversion von 1993 indiziert, aber die GBA-Version ab 16 freigegeben ist. Ein noch extremerer Fall, wie sich Beurteilungen wandeln können, ist der 2D-Shooter "River Raid", in dem ein Spieler-Sprite auf Hubschrauber- und Panzer-Sprites schießt (wie halt in Hunderten anderen Titeln auch). Dieser wurde schon 1984 mit denselben Begründungen indiziert, die heute von Medienkritikern immer angebracht werden, etwa: es handle sich dabei um ein Programm zur paramilitärischen Ausbildung. Es wäre bei dieser Indizierung geblieben, hätte die Herstellerfirma dieses Spiel nicht im Rahmen einer Spielesammlung zusammen mit einem Emulator zwanzig Jahre später noch einmal veröffentlichen wollen. Heute ist das Spiel ohne Altersbeschränkung freigegeben. Ob diese Bewertung bei "Doom" so zweckmäßig wäre, sei natürlich dahingestellt. Allerdings zeigt das recht deutlich, daß "für alle Zeiten unumstößliche Urteile" ein schlechtes Geschäft sind. [Und paradoxerweise erlebt man ja bei älteren Spielen gerade die umgekehrte Situation, daß die ohne Alterskennzeichnung automatisch "ab 18" eingestuft werden, selbst wenn es sich dabei um schnöde und banale Dinge handelt, bloß weil die zu alt sind, als daß sich für den Hersteller die Kosten für die Begutachtung noch lohnen würden.])
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Beitragvon Doc Extropy » 05.12.2007, 07:37

Hm, hm... EIN Argument gegen Computerspiele lasse ich gelten, auch wenn ich ansonsten natürlich GEGEN Zensur bin:

http://www.jugendschutz.net/gewalt/Gewa ... index.html

jugendschutz.net hat geschrieben:Auch wenn man davon ausgehen kann, dass Computerspiele nicht direkt wirken, so wirken sie doch vermittelt, nicht als einzelnes Spiel, sondern als immer gleiche Inszenierung typischer Muster, die sich durch ihre allgegenwärtige Präsenz auch in anderen Massenmedien gegenseitig verstärken. Computerspiele dienen somit auch immer der „Einübung, der sprachlichen Verschlüsselung, der Systematisierung und der Speicherung wichtiger Erfahrungen mit der Welt und sich selbst“. Sie sind „Sozialisationsagenten für eine auf Leistung und Leistungszwang ausgerichtete Gesellschaft“ (Prof. Fritz), sie trainieren, Leistungsanforderungen locker und wie selbstverständlich anzunehmen, cool zu reagieren und Leistungsstress ohne Murren zu bewältigen. Emanzipatorische Inhalte, das Leiden der Opfer, das Mitgefühl für andere, all das wird im Computerspiel ausgespart. Computerspiele sind keine Lernfelder für prosoziale Einstellungen.


Ich habe selber einen großen Teil meiner Kindheit und Jugendzeit mit Computerspielen verbracht und mußte als Erwachsener lernen, genau diese negative Sozialisierung dadurch zu überwinden (kleiner Vorgriff auf mein nächstes NLP - Thema: Computerspiele züchten sozusagen Graves 5 - Typen heran, dabei könnten die meisten dieser Leute eigentlich Graves 7 - Typen sein). :?

Das ist jetzt kein provokatives oder sonstwie bösartiges Posting von mir, aber Prof. Fritz muß ich da leider schon recht geben.

Stellt Euch nur mal kurz vor, die ganzen Nerds, die heute bleich und mehrheitlich fast nur durch LAN - Parties sozialisiert ihr Dasein fristen wären gezwungen, etwas anderes mit ihrer Zeit anzufangen, weil es keine Computerspiele mehr gibt. Reales Leben, auch "RL" genannt... :D
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Beitragvon Der Ruhige » 05.12.2007, 12:39

Emanzipatorische Inhalte

Die Frauen sollen noch Emanzipierter werden :shock:
das Leiden der Opfer

Haben das Ärzte und Wissenschaftler für ihre Opfer ?
Soldaten ?

Kann man Mitleid für ein Virtuelles Opfer empfinden ... ?

Bestimmte Spiele können die Hemmschwelle runtersetzen bzw gewaltbereitschaft steigern aber da ist das alter meist nebensächlich es kommt auf die Psyche an , und auf das Soziales Umfeld bzw auch die Biologische Gesundheit.
das Mitgefühl für andere

Hatt das nicht was mit Emotionaler bindung zu tun ?
Kann man virtuellen Figuren eine emotionale bindung aufbauen ?
Ja.
Kann das schlecht sein ?
Ja.
Warum ?
Wenn die Emotionalen Gefühle stärker sind als bei real existierenden Wesen ist das eben schlecht.
Und nun ruhe drittes ich .

Warum spielen denn so viele ... ist es wegen den Erfolgserlebnissen die sie im RL nicht haben ?
Ist es weil sie ein zweites Leben haben ,weil ihr ersten schlecht ist und man sie nicht respektiert ... zu dick,zu häßlich,zu dumm,zu schön, usw... ?
Ist es wegen einer neuen Welt in der man sich flüchten kann ?


Nun ich hasse PC Spiele die keinen Sinn haben und nur auf Primitive Aktionen aufbauen , Taktik und Teamarbeit ist ja noch akzeptabel.

:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
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Beitragvon Doc Extropy » 05.12.2007, 12:41

Der Ruhige hat geschrieben:Warum spielen denn so viele ... ist es wegen den Erfolgserlebnissen die sie im RL nicht haben ?
Ist es weil sie ein zweites Leben haben ,weil ihr ersten schlecht ist und man sie nicht respektiert ... zu dick,zu häßlich,zu dumm,zu schön, usw... ?
Ist es wegen einer neuen Welt in der man sich flüchten kann ?


Ja. Und die Erfolgserlebnisse schütten im Gehirn körpereigene Drogen aus, die man sich im RL viel härter erarbeiten müßte.

Ist wie eine der Nebenwirkungen von Kokainkonsum... man stumpft dadurch ab und ist nicht mehr begeisterungsfähig, etc...

Natürlich muß man sich im RL anstrengen und das Beste geben... dafür ists ja da. ;)
Doc Extropy
 

Beitragvon Der Ruhige » 05.12.2007, 12:50

Doc Extropy hat geschrieben:Ja. Und die Erfolgserlebnisse schütten im Gehirn körpereigene Drogen aus


Yep gib mir ein schuß Endorphin :lol:

Frau und Freundin unterhalten sich :

Frau : "ich möchte mich mal wieder so richtig Glücklich fühlen"
Freundin : "Warte ich hab Final Fantasy 8 da"
Doc Extropy hat geschrieben:Ist wie eine der Nebenwirkungen von Kokainkonsum... man stumpft dadurch ab und ist nicht mehr begeisterungsfähig, etc...

Ach deswegen werden die Games immer schlechter ^^
Doc Extropy hat geschrieben:Natürlich muß man sich im RL anstrengen und das Beste geben... dafür ists ja da. ;)

Yep .. ist aber einfache den Startknopf zu drücken :D

Hab schonmal ne schelle bekommen weil ich bei einer Frau den Sex Knopf gesucht hab :P
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Beitragvon Critic » 05.12.2007, 23:03

(1) Diese wunderbaren Medienberichte haben ja auch immer propagiert, der Spieler würde abstumpfen, und das sei ja auch zweifelsfrei nachgewiesen, und die Wissenschaftler könnten das messen (aber diejenigen, die das behauptet haben, haben ja auch behauptet, eine Korrelationsstudie würde eine kausale Wirkung "belegen"):

Nur sind die Untersuchungsergebnisse dazu denkbar widersprüchlich: So wurde in einem Experiment die Erhöhung der Herzfrequenz, in einem anderen Experiment die Erniedrigung als Anzeichen für "Abstumpfung" gewertet, gerade so wie man es brauchte. Selbst bei Untersuchungen des Gehirns per fMRI wurden dieselben Erregungsmuster festgestellt wie bei Verliebten beim Anblick ihrer Geliebten. Nicht gerade "Abstumpfung". Dann behauptet der eine (sinnigerweise: Kawashima, der vom "Gehirnjogging"?), daß Intensivspieler Hirnströme hätten wie Demenzpatienten. Eine Studie (Bryce) findet aber, daß gerade diese Gruppe eine bedeutend höhere Konzentrationsfähigkeit aufweist.

(2) Daß man natürlich nicht seine ganze Zeit vor dem Computerspiel verbringen sollte, ist natürlich klar. Das ist aber bei allem so.
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Beitragvon Maude » 06.12.2007, 08:24

kommt sicher auf die genaue Position im Gehirn an.
die Zonen für Demenz und Aktivität sind sicher nicht die Selben.
Deshalb können durchaus beide recht haben.
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