Mal ne Frage an die Atheisten und Agnostiker

Zwischen Freiheit und Sklaverei durch indoktrinierte Seelenqual

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Mal ne Frage an die Atheisten und Agnostiker

Beitragvon katzenjens » 06.12.2007, 16:36

Moin,

wie seid ihr zum Atheisten oder Agnostiker geworden? Vorher bekennender Christ gewesen oder tatsächlich "gottlos" geboren? Ich habe bis jetzt eine Theorie, dass man erst zum Atheisten später in seinem Leben wird... oder auch nicht.

Ich frage auch deswegen, weil ich denke, dass Mensch in jungen Jahren irgendeinen Halt braucht um einen Sinn des Lebens zu erhalten. Deswegen kann ich mir momentan kein glaubensloses Kind vorstellen. Gerade wenn man in der Gesellschaft nicht um Glaubensrichtungen herumkommt, egal, wo man sich befindet.

Selbst in den entferntesten Kulturen gibt es immer irgendwelchen Glauben, meist an übersinnliches. Braucht Mensch vielleicht sowas zur Selbsterhaltung?

Viele Grüße,
Jens
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Beitragvon Doc Extropy » 06.12.2007, 16:43

Ich war vor 20 Jahren oder so mal mehr oder weniger ein Christ, aber die Realität war stärker. ;)
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Beitragvon Rebecca E. » 06.12.2007, 17:01

Ich bin als Agnostikerin geboren worden, und bin immer noch eine.

In meiner ersten Grundschule hatte ich keinen Religionsunterricht, und lernte ihn erst in meiner zweiten Grundschule kennen. Nach einem halben Jahr hatte ich die Faxen dicke, und habe den Religionsunterricht wieder abgewählt. Zu erst hatte ich Freistunden, später konnte ich entsprechend der Religionsstunden früher gehen, oder später kommen. (Ich bin nicht getauft oder sonnstwie mit religiösen Riten in Verbindung gekommen.)

Ich war zwar als Kind einige Male in einer katholischen Kirche zu Gast ...

... es war stinklangweilig und öde, und der Gedanke (wenn auch nur symbolisch) Menschenfleisch und Menschenblut zu verkosten ekelte mich an.

Selbst als mein Umfeld vermehrt zum Konfirmations/Kommunionsunterricht ging, hatte ich keinen Drang es ihnen gleich zu tun. Meine Freizeit (keinen Blödsinn wie im Religionsunterricht hören zu müssen) war mir wichtiger, auch wenn die Geldgeschenke nicht zu verachten gewesen wären.

Und so ist es bis heute geblieben.
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Beitragvon Doc Extropy » 06.12.2007, 17:02

Warum bist Du Agnostikerin und nicht Atheistin?
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Beitragvon Rebecca E. » 06.12.2007, 17:11

@Doc Extropy.

Doc Extropy hat geschrieben:Warum bist Du Agnostikerin und nicht Atheistin?


Aus intellektueller Redlichkeit.

Über etwas, worüber ich Prinzipbedingt keine Kenntnisse erlangen kann, mache ich auch keine Aussage, und sei die Möglichkeit noch unwahrscheinlich.

Die Wahrscheinlichkeit also, das es die propagierten Gott/Götter gibt ist für mich erheblich geringer als 50/50 und auch signifikant geringer als 10^(-12345 ...).

Dennoch halte ich es für falsch zu etwas "unergründlichem" eine Aussage zu treffen, weil es hirnrissig ist.

Daher ist mein Alltag eher atheistisch, schon gar nicht theistisch.
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Beitragvon katzenjens » 06.12.2007, 18:08

Hi Rebecca,

Du hattest also auch seitens Deiner Eltern keinen Einfluss seitens Religion?
Das würde also heissen, ein Glaube ist auch als Kind nicht zwingend notwendig. Interessant, könnte meine Theorie etwas in Frage stellen.

Andererseits war vielleicht Deine Erziehung seitens der Eltern schon so, dass Du keinen Gott brauchtest... auch interessant.

Ich muss mich erstmal bei Rebecca bedanken, dass ich dieses Forum gefunden habe. Dadurch habe ich erst weitere Forschungen meines "Nicht"-Glaubens anstellen können.

Bin inzwischen ein YouTube-Fan von verschiedenen Nicht-Gläubigen geworden. Einer meiner liebsten ist Largo64, der ist mir sowas von sympathisch. Und als Briten-Fan natürlich Nick Gisburne. Selten so wohltuendes und zugleich schreiend komisches gefunden.

Viele Grüße,
Jens
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Beitragvon ric » 07.12.2007, 08:31

katzenjens hat geschrieben:Hi Rebecca,

Du hattest also auch seitens Deiner Eltern keinen Einfluss seitens Religion?
Das würde also heissen, ein Glaube ist auch als Kind nicht zwingend notwendig. Interessant, könnte meine Theorie etwas in Frage stellen.
Ich bin auch eines dieser Kinder, die ohne so etwas wie Glauben aufgewachsen ist.

Als wir in den Westen dann gesehen, habe ich erkannt, dass Glauben == Ideologie ist.
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Beitragvon orwell » 07.12.2007, 09:57

Ich habe von der Taufe bis zur Firmung das ganze Programm mitgemacht... :mrgreen:

Religion und Kirche, das war für mich irgendwie immer eine Art Folklore die ich weder lächerlich noch bedrohlich fand. Das hängt vermtl auch damit zusammen dass Religion bei uns zu Hause schlicht keine Rolle gespielt hat (so à la 'wenn du nicht aufisst tötet Gott ein Katzenbaby'). Das lief alles so nebenher ab ohne das man dem Ganzen eine besondere Bedeutung zugemessen hätte.
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Beitragvon katzenjens » 07.12.2007, 10:05

Hi ric,

*patsch* ... auf das Naheliegenste kommt man nicht. Vielleicht muss ich meine Theorie nur verändern, hast mir das Wort "Ideologie" schon gegeben.

Trotzdem meine ich immer noch, bis zu einem gewissen Alter benötigt man eine "externe" Ideologie, die einem meist von/über die Eltern vermittelt wird. Irgendwann merkt Jugendlicher / Erwachsener entweder selbst seinen Weg und Bestimmung oder schliesst sich wie die meisten einer "vorgekauten" Richtung an. Aber irgendwie kommt es immer wieder auf den "Sinn des Lebens" hinaus.

Solange Mensch den Sinn seines eigenen Lebens nicht erkannt und akzeptiert hat, ist er immer anfällig für falsche Ideologien. Darauf bauen verschiedene Organisationen.

Im Gegensatz zu Tieren hat Mensch die freie Entscheidung ob er ein Herdentier wird oder nicht. Allerdings hat sich in der Weltbevölkerung der Herdentrieb durchgesetzt. Somit sind freidenkende Einzelkämpfer oder Splittergruppen für Herdenführer gefährlich.

Noch was nachdenkliches zum Schluss... eine grössere zusammenhängende Gruppe Freidenkender kann ich mir gar nicht vorstellen, da doch jeder in der Gruppe frei ist. Oder ?

Viele Grüße,
Jens
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Beitragvon Doc Extropy » 07.12.2007, 10:28

Bei uns war das mit Firmung (ich wurde von den Katholen zwangsgetauft) und dergleichen eher aufgrund sozialen Drucks. "Was sollen denn die Leute denken?" war der Grund, warum ich doch eher angeregt wurde, daran teilzunehmen. :?

Ich meine, da war ich 14 und habe die RKK bereits gehaßt, den ganzen salbungsvollen Schwachsinn, der einem da erzählt wurde, selbst das näselnde Sprechen der Pfaffen (ist Euch das auch aufgefallen) war mir ein Graus.

Im selben Jahr (+ / -) hatte ich eine andere, noch viel aufschlußreichere Begegnung mit der Religion... Teile meiner Familie kommen aus einer sehr, sehr rückständigen, bäuerlichen Gegend, wo man noch schief angeschaut wurde zu jener Zeit (inzwischen ist das dem Vernehmen nach anders, ich hatte da vor zwei Jahren mal ein Gespräch mit der einzig brauchbaren Person aus meiner Verwandtschaft, die damals noch dort lebte, nämlich der Schwester meines Vaters, die zum Glück meinem Vater sehr ähnlich ist und deshalb wohl auch nach Wien geflüchtet ist, weg von dem katholisch - bäuerlichen Mief), wenn man nicht jeden Sonntag in der Kirche zur Schwarzlichtbestrahlung antanzt.

Allerheiligen wars... da ist bei den Katholen ja Friedhofsbesuch angesagt und ich war mit dabei, dem schwarzen (ÖVP - nahen) Flügel der Familie in den Arsch kriechen, damit man gut dasteht (Fehler meiner Eltern, den ich nie wiederholen werde, inzwischen sind sie über solche Dinge aber hinausgewachsen, teilweise auch durch meine Intervention... ich habe sie "inspiriert" ;) , radikal ehrlich und geistig unabhängig zu werden, aber das ist ein anderes Thema...).

Dreiviertel Stunde Autofahrt, dann das übliche Familienprotokoll (jedem die Hand geben, bei den primitiven Landeiern dort unten Freundlichkeit vorheucheln und Nähe zu konservativem Gedankengut vorgeben... ich könnte heute noch kotzen, wenn ich daran denke) und hinterher Allerheiligenmesse auf dem Friedhof.

Mir war kalt, langweilig und ich hab mich die ganze Zeit abgelenkt, indem ich die ersten Bruchstücke meines Sci Fi - Epos geschaffen habe (in dem es um den Kampf "Gut" - also Hedonismus und Philanthropie - gegen "Böse" - also Religion und Moral - geht), mit einer heftigen "Brise" Sex gewürzt.

Man muß sich das so vorstellen:

Ländlicher Friedhof, verkrampfte Leute stehen um einen herum, der Atem ist sichtbar, absichtlich gedrückte Stimmung, Weihrauch, Kälte, Langeweile und am Mikrofon ein Katholenpfaffe mit der üblichen näselnden Aussprache und fremdartigen Formulierungen (wobei ich heute weiß, daß es sich um eine Art "Reframing" handelt bei sowas) ohnehin bekannter religiöser Vorstellungen (z.B. daß "Ghottth, där Härr" - so sprechen Pfaffen das ja aus - die Toten zu sich in sein "Himmälrajichhhh" holt und "Jääääsuss, därrr Ärslösärrr, uns allä (äh) ärlösd hattth. Amähn.").

Ich hingegen war in der Konstruktion einer Kampfszene zwischen (auf der Seite des Guten) einer Agentin des Infiltrationsgeheimdienstes und einer (auf der Seite des Bösen) realsadistischen Obernonne beschäftigt, die ich mir in feinsten Details ausmalte (alles begann mit einer lesbischen Liebesszene zwischen der Agentin und einer aus dem Kloster befreiten Person, wie sollte es anders sein...).

Und dann war der "Rhosäänngrantzzzz" dran, ein sehr aufschlußreiches Erlebnis für mich. Mitgebetet habe ich ja nicht, diese Freiheit habe ich mir erkämpft, aber ich stand da, ketzerische Bilder in meinem Kopf und habe beobachtet.

Gemurmel, induzierte Traurigkeit, "Ährfurchth" vor "Ghottth, dähm Härrn" und seinen zwei alternativen Erscheinungsformen (irgendwie muß ich dabei immer an Tick, Trick und Track denken, ich kann mir nicht helfen).

Das dauert ganz schön lange und erhöhte meine Langweile noch mehr, aber ich habe da das erste mal zwei Dinge gespürt, nämlich a) wie sehr diese Pfaffen das unbedarfte oder gar willige Volk doch im Griff haben mit ihren repetitivem Prozeß des Rosenkranzbetens (das ist nämlich der Trick dahinter - unsereins benutzt was ähnliches in Form von "Affirmationen", wo man das Unterbewußtsein mit so Sachen wie "alle Frauen werden feucht wenn sie mich sehen" infiltriert) und b) daß dieser Pfaffe da vorne und seine Mitstreiter um mich herum keine Chance mehr bei mir haben.

Sein "Ghotth, därr Härr" war machtlos geworden.
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Beitragvon ric » 07.12.2007, 10:49

katzenjens hat geschrieben:Hi ric,

*patsch* ... auf das Naheliegenste kommt man nicht. Vielleicht muss ich meine Theorie nur verändern, hast mir das Wort "Ideologie" schon gegeben.
Dann wird auch klar, warum sich die Kirchen immer ganz gut mit den jeweils rechten oder linken Machthabern arrangieren können.
katzenjens hat geschrieben:Trotzdem meine ich immer noch, bis zu einem gewissen Alter benötigt man eine "externe" Ideologie, die einem meist von/über die Eltern vermittelt wird.
"Benötigt" ist das falsche wort. Kinder tun in der regle das, was ihnen Ältere sagen. "Nicht ins Feuer langen", "nicht auf die Straße rennen", "Nicht ins tiefe Wasser gehen".
Das ist zu dem Zeitpunkt auch sinnvoll, da "Trial and Error" zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich tödlich wäre.
katzenjens hat geschrieben: ...
Solange Mensch den Sinn seines eigenen Lebens nicht erkannt und akzeptiert hat, ist er immer anfällig für falsche Ideologien. Darauf bauen verschiedene Organisationen.
Das hat nichts mit dem Sinn des Lebens zu tun. Ich bin der Ansicht, es gibt keinen Sinn des Lebens.
Anfällig sind die, die als Kinder schon auf den Modus "anfällig konditioniert wurden.
katzenjens hat geschrieben:Im Gegensatz zu Tieren hat Mensch die freie Entscheidung ob er ein Herdentier wird oder nicht.
Hat er nicht. Oder Du meinst mit "herde" etwas ganz anderes als biologisch gemeint ist.
katzenjens hat geschrieben:Allerdings hat sich in der Weltbevölkerung der Herdentrieb durchgesetzt. Somit sind freidenkende Einzelkämpfer oder Splittergruppen für Herdenführer gefährlich.
Auch hier ist meiner meinung nach der Begriff falsch besetzt. Die meisten menschen orientieren sich daran, was in ihrer Verwandschaft/Sippe/Peer Group vorgegeben wird.
katzenjens hat geschrieben:Noch was nachdenkliches zum Schluss... eine grössere zusammenhängende Gruppe Freidenkender kann ich mir gar nicht vorstellen, da doch jeder in der Gruppe frei ist. Oder ?
Du kannst ja mal versuchen eine herde von Katzen zu hüten.
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Beitragvon katzenjens » 07.12.2007, 11:07

Hi ric,

den ersten Beitrag hast Du so treffend beschrieben, dass ich erstmal herzhaft lachen musste. Aber eigentlich ist es eher gruselig. Ähnliche Erfahrungen durfte ich auch machen.

Zum zweiten Beitrag. Ja, ich hapere oft mit der Wortwahl ;-) , in diesem Fall meinte ich "Herde" im Zusammenhang mit Gläubigen, welche durch Pfaffen steuerbar sind. Welchen das Nachdenken schon in frühen Jahren abgewöhnt wurde.

Und als Herde würde ich auch die Menschen bezeichnen, welche z.B. vor über 60 Jahren blind einem Österreicher vertraut haben. Oder heute Schäuble und Konsorten...

Oder Bildzeitungsleser, welche dem Schrott dort auf dem Leim gehen.

Der Vergleich Freidenker mit Katzen trifft den Nagel auf den Kopf. Wir haben seit wir zusammengezogen sind, 5 (freidenkende) Katzen. Hier kommt keine Langeweile auf.

Viele Grüße,
Jens
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Beitragvon Maude » 08.12.2007, 12:17

ich habe das Selbe durchgemacht wie Doc :lol:
so lange ich klein war, war die Tradition, anders kann ich das auf dem Lande, wo ich groß geworden bin, auch nicht bezeichen, fand ich es ganz lustig.
Blumenstreuen an Fronleichnam, Eiersuchen an Ostern.
Nur dieses blöde an Weihnachten gelangweilt Dasitzen und warten, dass man in der Kälte um 24.00 in die Christmette gehen mußte, fand ich ziemlich abschreckend.
verstanden hab ich es als Kind schon nie.
erschreckt hat mich dann am Meisten, dass ich vor der Kommunion beichten sollte.
ich habe es nie verstanden, warum ich nach den 10 Geboten etwas beichten sollte, wovon ich keine Ahnung hatte.
Du sollst keine fremden Götter neben Dir haben.
Häh???
Du sollst Vater und Mutter ehren.
dafür haben sie schon manchmal gesorgt, nicht durch Schläge, aber durch Strenge.
das 6. Gebot :x
was soll ein 8 jähriges Kind schon davon verstehen.
was bleibt da anderes übrig als die verschiedenen Gebote runterzurasseln und hoffen zu dem schwerhörigen Pfarrer in den Beichtstuhl zu kommen.
ich hatte ziemliche Erwartungen in die Komunion gestellt.
es müßte doch dann irgendwas passieren!
Ein Licht fällt auf mich oder Scott gibt sich zu zeigen.
nichts geschah und da war ich als Kind absolut enttäuscht und habe mich von der Kirche vor allen Dingen getäuscht gefühlt
von da an habe ich alles ausgeblendet.
es war nun mal so.
wenn ich an den Religionsunterricht zurückdenke, dann fällt mir nur noch ein, dass wir mal ein ganzes Jahr die Religionskriege durchgenommen haben.
das muß man sich mal vorstellen, die sehen auch noch eine Berechtigung in dem was sie so Grausames veranstaltet haben.

heute finde ich das Alles zum Kotzen.

aber der Keim war gelegt, ob ich wollte oder nicht, es mußte ja da draußen noch etwas geben!
ich trat ziemlich bald aus der Kirche aus und begab mich auf die Suche.
Als ich dann im Krankenhaus auf einer homöopathischen Abteilung unter den Anthroposophen gearbeitet habe, war das trotzdem eine Bereicherung für mich.
damals, und auch später als ich bei den Rosenkreuzer war, mußte ich feststellen, dass die Menschen, wie Du Jens, auch sagst, ein Herdentier sind.
und ich wollte mich nicht dieser Herde anpassen, dafür habe ich zuviel hinterfragt.
als ich mich dann von meinem Ex trennte, war ich ganz auf mich alleine gestellt und es gab niemanden der mir half.
das war für mich dann das Schlüsselerlebnis.
als ich dann auch noch, dank Internet, in Foren zu diskutieren begann und Gleichgesinnte fand, beschäftigte ich mich mehr mit dem Thema Religion.
Der Bund für Geistesfreiheit tat noch das Übrige.

heute empfinde ich alle Religionen und Ideologien als Machtausübung über Menschen, die lieber gerne Verantwortung in eine spirituelle Kraft geben, als selbst ihr Leben in die Hand zu nehmen.
ist ja auch praktischer, jemanden anders die Schuld zu geben, wenn was nicht klappt oder zu sagen: Scott prüft mich, Scott hat es so gewollt, Scott will, dass ich das nächst Mal nicht als Nacktmull auf die Erde zurück komme.......
oder Angst davor zu haben, dann nicht in den Himmel zu kommen, was die Menschen aber nicht vor Mord und Kriminalität zurück hält.
und das Alles dank einem Märchbuch und Mördergott:x
Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal
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