Vor 40 Jahren...

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Vor 40 Jahren...

Beitragvon Darklord Extropy » 15.07.2009, 23:43

...da waren wir sogar mal auf dem Mond. Als Menschheit. Da hatten wir eine Perspektive und etwas, woran wir alle glauben konnten.

Hier ein sehr gut geschriebener Artikel:

http://www.orf.at/090714-40460/index.html

ORF hat geschrieben:"40 Jahre danach sieht das 'Apollo'-Programm weniger wie der Beginn einer neuen Ära aus und mehr wie eine alte Kultur, die kurz blühte, dann verschwand und nur zerstörte Türme, rituelle Kostüme und unverständliche Glyphen zurückließ", heißt es in einem aktuellen Essay im "Boston Globe". "Das Zeitalter der Raumfahrt, das 'Apollo' zu versprechen schien, traf nie ein."


Das lächerliche Space Shuttle - Programm, der nutzlose ISS - Unsinn... das ist alles, was vom Traum der Menschheit, das All zu besiedeln, übrig geblieben ist.

Und natürlich das ewige, dumme linke Geheul von wegen "alldieweil wir haben ja so viele Probleme hier wir sollten keine Weltraumfahrt betreiben und überhaupt"...

Perspektivlose Idioten.

Weltraumprogramme werden gekürzt, anstatt daß die Menschheit endlich einen Schritt weiter geht.

Ich weiß nicht, wer das gesagt hat, aber ich stimme dem Sager zu, ohne Abstriche:

mir unbekannt hat geschrieben:Ich glaube nicht, daß wir von den Bäumen heruntergeklettert sind um die Warenströme zu optimieren.


Traurig, aber offenbar haben wir es nicht weiter gebracht.
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Re: Vor 40 Jahren...

Beitragvon Pleitegeier » 17.08.2009, 23:46

Darklord Extropy hat geschrieben:Weltraumprogramme werden gekürzt, anstatt daß die Menschheit endlich einen Schritt weiter geht.


IMHO ist unsere aktuelle Technik nicht in der Lage, tatsächlich "einen Schritt" weiter zu gehen - das wäre für mich z.B. die Besiedlung eines weiteren Himmelskörpers. Trotzdem bin ich für die bemannte Raumfahrt; mein Argument ist aber eher kulturell begründet, da ich Raumfahrt als einen Teil der Kultur ansehe wie z.B. Musik und Kunst oder Bergsteigen.

Versuche von Raumfahrtexperten, die bemannte Raumfahrt mit wissenschaftlichen oder technischen Zielen zu begründen, wirken auf mich immer etwas lächerlich.
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Re: Vor 40 Jahren...

Beitragvon Darklord Extropy » 18.08.2009, 07:49

Pleitegeier hat geschrieben:
Darklord Extropy hat geschrieben:Weltraumprogramme werden gekürzt, anstatt daß die Menschheit endlich einen Schritt weiter geht.


IMHO ist unsere aktuelle Technik nicht in der Lage, tatsächlich "einen Schritt" weiter zu gehen - das wäre für mich z.B. die Besiedlung eines weiteren Himmelskörpers. Trotzdem bin ich für die bemannte Raumfahrt; mein Argument ist aber eher kulturell begründet, da ich Raumfahrt als einen Teil der Kultur ansehe wie z.B. Musik und Kunst oder Bergsteigen.

Versuche von Raumfahrtexperten, die bemannte Raumfahrt mit wissenschaftlichen oder technischen Zielen zu begründen, wirken auf mich immer etwas lächerlich.


Wir wären sehr wohl soweit, auch für eine bemannte Marsmission.

Schuld daran, daß nichts weitergeht, sind eigentlich nur zwei Gruppen:

Die Bedenkenträger und die "omg wir haben so viele Probleme auf der Erde" - Defätisten.

Besiedelung ist noch nicht möglich, ja... aber zumindest "Mars Direct könnte zeitnah, eben aus kulturellen Gründen, in Angriff genommen werden

Parallel dazu bitte ein Paraterraforming - Konzept ausarbeiten und in Angriff nehmen. Alles andere ist lächerlich.
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Re: Vor 40 Jahren...

Beitragvon Rebecca E. » 18.08.2009, 08:22

@Darklord Extropy.

Auch wenn Du es nicht glauben magst. In diesem Forum gibt es Menschen die sich signifikant besser mit Technik und Physik auskennen als die meisten Mitmenschen.

Es soll hier auch User geben die in der Luft und Raumfahrt involviert sind.

Lautlos im Weltraum ist heute noch nicht drin und scheitert an der Realität. Siehe hierzu auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Biosphäre_2

Du scheinst die zwischenmenschlichen Probleme, überhaupt die psychischen Probleme die sich mit dem Leben in engsten Räumen ergeben, wenig beschäftigt zu haben. Ein einziger ausrastender Astro oder Kosmonaut und das milliardenschwere Projekt ist vernichtet.

Darklord Extropy hat geschrieben:Die Bedenkenträger und die "omg wir haben so viele Probleme auf der Erde" - Defätisten.


http://de.wikipedia.org/wiki/Defätismus

Ich liebe es wenn Du Dich selbst entblößt ...

Es gibt noch Leute mit Realitätssinn. Bezüglich einer derzeitigen negativen Bilanz braucht man sich mit dem heutigen Stand der Technik nicht zu wundern. Sollte hingegen der Aufwand zu fremden Himmelskörpern zu fliegen ähnlich aufwendig sein von Bielefeld nach Wien zu fahren, dann sieht die Bilanz bezüglich Weltraumreisen zu anderen Sternen signifikant besser aus.
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Re: Vor 40 Jahren...

Beitragvon nickpol » 18.08.2009, 10:36

Die Menschheit wird genau dann andere Planeten terraformen und besiedeln, wenn sich damit Geld verdienen lässt.
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Re: Vor 40 Jahren...

Beitragvon Rebecca E. » 18.08.2009, 11:48

@nickpol.

nickpol hat geschrieben:Die Menschheit wird genau dann andere Planeten terraformen und besiedeln, wenn sich damit Geld verdienen lässt.


Ich würde es nicht auf das "Geld" beschränken.

Reicht es, wenn die Bilanz für ein Terraforming positiv ausfällt?
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Re: Vor 40 Jahren...

Beitragvon Darklord Extropy » 18.08.2009, 21:09

@Rebecca E.

Es IST Defätismus. Genau das trifft doch zu:

Wikipedia hat geschrieben:...bezeichnete ursprünglich den Vorwurf des systematischen Nährens von Mutlosigkeit, Resignation und Zweifel...


Das, was die Ökos am Besten können. Noch besser als Bäume umarmen. :-D

Rebecca E. hat geschrieben:Reicht es, wenn die Bilanz für ein Terraforming positiv ausfällt?


Da sehe ich, ganz ehrlich, schwarz. Ökonomisch wird das immer fürchterlichst aussehen, selbst wennst alles reinrechnest, was an Gewinn abfallen könnte.

Was kostet 1 kg Zeug auf den Mars zu schaffen? :-D
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Re: Vor 40 Jahren...

Beitragvon Pleitegeier » 19.08.2009, 01:54

nickpol hat geschrieben:Die Menschheit wird genau dann andere Planeten terraformen und besiedeln, wenn sich damit Geld verdienen lässt.


Letzten habe ich einen Vortrag eines Wissenschaftlers gehört, der u.a. über die Rentabilität von Rohstoffgewinnung auf dem Mond sprach. Wenn ich mich recht erinnere, waren die Kosten um mehr als 100 mal höher als die Rohstoffgewinnung auf der Erde. Aktuell scheint es also mit dem Geldverdienen nicht so gut zu klappen... Abgesehen von ein paar Weltraumtouristen :)
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Re: Vor 40 Jahren...

Beitragvon Pleitegeier » 19.08.2009, 02:04

Darklord Extropy hat geschrieben:Wir wären sehr wohl soweit, auch für eine bemannte Marsmission.


IMHO steht eine Marsmission noch in weiter Ferne; da gibt es sehr viele ungeklärte Fragen. Rebecca hat schon ein psychologisches Problem genannt; dazu kommen technische Probleme, wie z.B. Abschirmung des Raumschiffes gegenüber Strahlung.

Darklord Extropy hat geschrieben:Schuld daran, daß nichts weitergeht, sind eigentlich nur zwei Gruppen:
Die Bedenkenträger und die "omg wir haben so viele Probleme auf der Erde" - Defätisten.


Nunja, ein bißchen mehr Enthusiasmus könnte nicht schaden. Wenn jemand das Geld allerdings lieber für etwas anderes ausgeben will, dann darf er doch dieser Meinung sein, oder? Ich bin für bemannte Raumfahrt, aber wenn sich kein demokratischer Konsens über die Finanzierung findet, muß ich damit leben.

Darklord Extropy hat geschrieben:Parallel dazu bitte ein Paraterraforming - Konzept ausarbeiten und in Angriff nehmen. Alles andere ist lächerlich.


Na dann fang mal an und laß Dich nicht lumpen ;-)
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Re: Vor 40 Jahren...

Beitragvon nickpol » 19.08.2009, 09:58

Es ist eine Sache des Geldes. Bis jetzt ist Weltraumforschung doch eher Sache des Staates und der betreffenden Gesellschaft. Erst wenn mit entsprechenden Technologien Profit gemacht werden kann, wird eine entsprechende Umsetzung erfolgen.
Umweltschutz ist erst seit der Möglichkeit der Erwirtschaftung von Profiten auf der Agenda. Kein Privat-Investor wird sein Geld zum Fenster hinauswerfen, das ist Sache der Gesellschaft. Wenn die Technologien entsprechend gediehen sind, steigt die Privatwirtschaft ein. Technisch gesehen können einige Länder viel erreichen, wirtschaftlich lohnt sich das aber noch nicht. Sogar die NASA denkt wirtschaftlich.
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Re: Vor 40 Jahren...

Beitragvon Pleitegeier » 19.08.2009, 20:36

nickpol hat geschrieben:Es ist eine Sache des Geldes. Bis jetzt ist Weltraumforschung doch eher Sache des Staates und der betreffenden Gesellschaft.


Bezüglich bemannter Raumfahrt - ja. Bezüglich unbemannter Raumfahrt/Erderkundungssatelliten - nun, da mischen Militärs und privatwirtschaftliche Firmen schon ganz schön mit. Letztere mit wechselndem Erfolg.

nickpol hat geschrieben:Erst wenn mit entsprechenden Technologien Profit gemacht werden kann, wird eine entsprechende Umsetzung erfolgen.


an welche Technologien denkst Du hier konkret?

nickpol hat geschrieben:Sogar die NASA denkt wirtschaftlich.


Hm.... Echt?
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Re: Vor 40 Jahren...

Beitragvon nickpol » 20.08.2009, 09:28

Militär zähle ich mal zu einer Struktur des Staates, und damit wird die hier betriebene Forschung vom Steuerzahler finanziert.

Welche Technologien? Nimm nur die Problematik der Energie. Hier wird vordergründing nur Technologie eingesetzt die Profite abwirft. Erst wenn alternative Technologien und insbsondere Umweltschutz Profite versprechen, wird deren Umsetzung in der Privatwirtschaft angestrebt. Forschung z.B. auf dem Sektor Solarenergie wurde über Jahre hochsubventioniert, jetzt kommt man in die Gewinnzone, also steigt die Privatwirtschaft ein.
Projekte, wie die Gewinnung von Sonnenstrom in der Sahara, selbstredend nur von großen Konzernen verwirklichbar, schaffen Abhängigkeiten und Schutzbedürfnisse. Die Konsumenten in D wären wieder von ein paar Konzernen abhängig, hinzu käme das "Schutzbedürfnis" der Milliarden-Investitionen auf einem anderen Kontinent, bis hin zum militärischen Einsatz gemäß dem Motto, Deutschlands Sicherheit muss in der Sahara verteidigt werden. Das wäre ein Szenario der Zukunft.

Die NASA hat einen Haushalt, dieser ist limitiert, also muß sie innerhalb dieses Budgets wirtschaften. Vieles aus dem Bereich NASA läuft auch bei den Militärs, die über entsprechende Haushaltmittel verfügen. Es ist lediglich die Trennung von ziviler und militärischer Forschung.
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Re: Vor 40 Jahren...

Beitragvon Pleitegeier » 20.08.2009, 22:39

nickpol hat geschrieben:Welche Technologien? [..]


Nun, dieser Argumentation kann ich schon folgen. Meine Frage zielte eher darauf ab, welche Aspekte der bemannten Raumfahrt Deiner Meinung nach zumindest irgendwann finanziellen Gewinn bedeuten könnten?
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