Darwin

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Darwin

Beitragvon Pleitegeier » 18.02.2009, 13:49

Hallo,

haben wir eigentlich schon einen Darwin-Thread?

Eben auf Spiegel.de gelesen:

Die kruden Thesen deutscher Anti-Darwinisten

Interessant ist auch die Internationale Umfrage: "Der Glaube an irgendeine nicht näher definierte höhere Macht ist dagegen in Deutschland auffallend ausgeprägt." Ansonsten für die USA natürlich das erwartete Bild.

Das Buch von Richard David Precht "Wer bin ich, und wenn ja, wieviele?" fand ich eigentlich ganz interessant, aber sein Artikel Die Verdrehung der Arten im Magazin der Süddeutschen hat mich sehr abgeschreckt... dabei beginnt der Artikel noch recht harmlos. Die Kommentare zum Artikel sprechen mir aus dem Herzen. Precht stellt sich hier als Retter der reinen Darwintheorie gegen die ach so bösen atheistischen Wissenschaftler dar. Das stinkt.
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Re: Darwin

Beitragvon Maude » 19.02.2009, 09:35

http://www.ftd.de/forschung_bildung/for ... 76209.html

ich verstehe nicht, dass die Wissenschaft angezweifelt wird :nono:
Religion hat in der Schule nix zu suchen :autschi:
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Re: Darwin

Beitragvon Pleitegeier » 19.02.2009, 18:45

Maude hat geschrieben:ich verstehe nicht, dass die Wissenschaft angezweifelt wird :nono:
Religion hat in der Schule nix zu suchen :autschi:


Traurig.
Wie ist eigentlich die offzielle Einstellung der katholischen Kirche - AFAIK erkennen sie die Evolutionstheorie ja an, aber irgendwo muß man sich doch ins Gehege kommen, denn so ein Gott der nur dasitzt und Däumchen dreht, ist doch sicher auch nicht der Katholiken Wunsch?
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Re: Darwin

Beitragvon Pleitegeier » 22.02.2009, 17:33

Kommentar zu Patrick Illinger, Der echte Darwin

Zu anfangs stellt er dar, daß Darwins Thesen oft verfälscht und mißbraucht wurden. Dies ist offensichtlich richtig, man braucht hier nur an den Sozialdarwinismus zu denken.
Er stellt ferner fest, daß Darwin nicht in Einklang zu bringen ist mit einem „naiven Gottesbild, in dem der Schöpfer […] pausenlos an jeder Weggabelung der biologischen Artenbildung Hand anlegt.“. Dies ist eine offensichtliche Feststellung. Er schränkt jedoch ein: „Ob die ganze Sache am Anfang von einem Schöpfer entzündet wurde oder lediglich eine Folge universaler Naturgesetze ist, ist eine andere, dem menschlichen Erkenntnisdrang grundsätzlich nicht zugängliche Frage.“
Daraus schließt er, daß man dem Atheisten Richard Dawkins, den er ebenso wie Kreationisten als „Extremisten“ bezeichnet, mit Skepsis gegenüber treten sollte. Nun, Skepsis ist prinzipiell immer eine gute Einstellung, wenn man die Wahrheit herausfinden möchte. Es ist auch gut, wenn Illinger betont, daß der Mensch auch als reines Produkt der Evolution sein Selbstwertgefühl nicht verlieren müsse. Nur zu seiner These, der Parallelität von Evolution und Religion, sagt er nichts mehr Weiteres; Thema verfehlt. Er geht nicht darauf ein, wo noch der Spielraum eines Gottes hinsichtlich der Evolutionstheorie sein könnte. Hat Gott die erste Bakterie kreiert? Oder den Affen Feuer gegeben? Oder degradiert die Evolutionstheorie Religion zum bloßen Jasager, zum Schöpfer, der die Welt anschließend sich selbst überläßt? Es wird nicht klar, wo er die Grenze zwischen Religion und Wissenschaft ansetzt, und somit bringt er auch kein Argument für eine Vereinbarkeit von Religion und Wissenschaft. Wie so oft in solchen Diskussion, so rettet auch er sich mit der prinzipiellen Unbegreiflichkeit Gottes und zitiert Nicolaus Cusanus: „Gott steht als Verborgener jenseits unserer Fassungskraft“. Von einem verborgenen Gott zu einem überflüssigen Gott ist es da nur noch ein kleiner Schritt.
In der gleichen Druckausgabe der Süddeutschen, sogar auf der gleichen Seite, findet sich übrigens der Artikel „Der zaghafte Revolutionär“ von Christopher Schrader. Der fast ganzseitige Beitrag erzählt objektiv und gut geschildert das Leben von Charles Darwin und seine großen wissenschaftlichen Erfolge. Es entsteht ein lebendiges Bild von Darwin und seinen Zeitgenossen.
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Re: Darwin

Beitragvon Pleitegeier » 22.02.2009, 19:39

Hier noch allgemein die 200-Jahre-Darwin-Seite der SZ
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Re: Darwin

Beitragvon Pleitegeier » 17.05.2009, 13:06

[url=http://www.pro-medienmagazin.de/themen/nachrichten/nachrichten-single/datum////theologe-graf-sieht-arrogante-abwehr-des-kreationismus/?tx_ttnews[backPid]=9&cHash=da270ea95e] Theologe Graf sieht "arrogante Abwehr des Kreationismus"[/url] sowie Kulturkampf der Geschöpfe.

Ich habe noch nicht ganz den Standpunkt des Autors verstanden, aber der Artikel zeigt m.E. schön die Zerissenheit in den etablierten Kirchen zwischen Wissenschaft und Schöpfungsglaube. Letztendlich ist, meiner Ansicht nach, wohl (jede?) Religion grundsätzlich "kreationistisch".

Edit: Inzwischen denke ich, den Standpunkt des AUtors verstanden zu haben. "Kreationismus wissenschaftlich ernst nehmen" :pillepalle:
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Re: Darwin

Beitragvon Maude » 18.05.2009, 10:39

noch so ein Artikel :x

Küsst die Kreationisten, wo ihr sie trefft!

Wissenschaft und Glauben – auch der Schöpfungsglaube ist gemeint – widersprechen sich nicht. Sondern Wissenschaft und Glauben machen Aussagen über unterschiedliche Bereiche menschlicher Existenz. Aufgabe der Wissenschaftler ist es, das „Wie“ der Schöpfung zu erforschen, nicht das „Warum“. Der Schöpfungsakt entzieht sich dem Methodenarsenal der Wissenschaft. Deshalb kann ich – als Christ und vor allem als Freund wissenschaftlicher Aufklärung – voller Überzeugung sagen: Ich glaube, dass Gott der Schöpfer der Welt ist. Ein Kreationist bin ich deshalb noch lange nicht.


:pillepalle:
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Re: Darwin

Beitragvon Pleitegeier » 18.05.2009, 23:16

Maude hat geschrieben: :pillepalle:


Tja, ich habe einige Zeit lang versucht, diese Illusion von Vereinbarkeit von Wissenschaft und Religion zu versuchen. Es ist schwierig, den Nebel zu durchstoßen, der um einen herumgeblasen wird. Deswegen, ja: :pillepalle:
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